Gedicht: Das Tintenschlachtfeld

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„Denkst du wirklich, dass diese Idee gut ist?“

Die Worte treffen mich messerscharf, zentnerschwer.

Es gibt einen Grund, warum ich alleine hier sitze, alleine schreibe.

Ich habe das alles zu oft gehört, zu oft erlebt

.

Die Lösung: Ein Pseudonym

Ich verstecke mich nicht dahinter

Ich schütze mich selbst

vor beißenden Kommentaren

vor gehässigen Witzen

.

Ich bin immer noch das melancholische Mädchen von damals

Aber nicht mehr das melancholische Mädchen mit den großen, unerreichbaren Träumen

Ich bin das melancholische Mädchen, das ihre Träume erreichbar macht

Das melancholische Mädchen, das ihre eigene Welt erschafft – Wort für Wort wie ein Haus aus Buchstaben

Das tut, was alle gern tun würden, sich aber nicht trauen

Sie selbst sein

.

Und doch wiegt alles schwer

Soll ich den Schritt wirklich gehen?

Haben die anderen nicht doch recht?

Bin ich nicht doch zu klein dafür?

Ist das nicht alles zu viel für mich?

.

Es ist alles zu viel

Und doch ist da zu wenig

Zu wenig Zeit

Zu wenig Energie

Zu wenig Schlaf

Zu wenig strahlende Sonnenstunden,

die mein Herz frei und leicht machen

.

Ich recherchiere

Recherchiere mich zu Tode

stolpere von einem Rabbit Hole zum nächsten

wie Alice im Wunderland,

doch bleibe auf der Stelle

.

Zu viele Ideen, als dass ich sie erfassen könnte

Zu viel, was geschrieben werden muss

Zu viel, was hinaus in die Welt muss

.

Die Worte stecken mir im Hals

sie wollen heraus, doch ich lass sie nicht

Hab keine Zeit, keine Ruhe

Sie brechen aus mir heraus

gebären sich selbst

.

Ein Schlachtfeld aus Tinte und Tränen

für das ich tagein tagaus lebe.

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